Monolog

Sprechblase

Unter einem großen Baum, der die einzige Möglichkeit bot, im Schatten zu verweilen, wartete ich mit unseren kleinen Hundefreund am Arm auf die Ankunft meiner Tochter.

Entspannt, und froh darüber, dass sich uns dieser Baum-Schatten anbot verweilte ich an diesem Ort. Die Ruhe die sich hier bot war angenehm und mir tat sie gut. Meinen Gedanken freien Lauf lassend, in Anbetracht der Wiedersehensfreude, genossen wir die Wartezeit.

In unmittelbarer Nähe befand sich eine Pizzeria, ebenso ein Cafe. In beiden Lokalitäten herrsche rege Betriebsamkeit. Weil eben dort so vieles los war, wählte ich den Platz beim großen, alten Baum, um alleine und in der Stille zu sein.

Diese Ruhe währte nur kurz, denn schon nach einigen Minuten visierte uns eine Dame zielsicher an.“Einen lieben Hund haben sie am Arm. Der gefällt mir. So einen möchte ich auch einmal haben. Meine Schwiegertochter hat auch einen Hund. Einen Pudel. Benno heißt er. Der hat auch so ein liebes Gesichtchen wie ihrer.“ Gewiss antwortete ich daraufhin dieser netten Frau. Was ich sagte weiß ich nicht mehr. Nur, dass ich mich eher kurz äußerte. „Da freue ich mich sehr, weil ich sie getroffen habe. Es ist sehr gut wenn man Menschen trifft, die einen Hund mitführen, denn so kommt man schnell in ein Gespräch. So kann man recht rasch Kontakte knüpfen und Gespräche führen. Finden sie nicht auch?“ „Das kann schon sein. Aber ich will weder Kontakte knüpfen noch Gespräche führen. Ich bin gerne alleine mit meinem Hund. Auch wenn wir spazieren gehen, bin ich lieber alleine. Das sind für mich immer Zeiten der Entspannung die nur mir und meinem Tobi gehören.“ Gab ich zur Antwort. „Ach so!“, war ihr knappe Antwort und ich hoffe sehr, dass sie sich nun verabschieden würde.

Nein das tat sie nicht! Im Gegenteil, sie begann sie reden. Ehrlich, ich weiß nicht wirklich was sie alles berichtet hat. Jedenfalls von ihrer früheren Arbeit als Wirtin. Von all den Tieren die je in ihrer Familie lebten. Von den Zeiten in denen im städtischen Krematorium *Rauch aufsteigt*, von den Krankheiten ihres Mannes und dass sie sich nach seinem Ableben einen Hund zu sich nehmen wird, weil alleine will sie keines falls leben. Diese äußerst mitteilungsbedürftige Person redete, redete und redete. Auf Antworten meinerseits hat sie Gott sei Dank nicht gewartet. So musste sie auch ihren Redefluss nicht unterbrechen. Anschließend teilte sie mir mit, dass sie sehr froh sei, mich hier getroffen zu haben, denn gerade jetzt wird ihr Mann wieder am Herzen operiert und so habe sie hier nun gut eineinhalb Stunden „nett geplaudert“ und die Zeit ist wie im Fluge vergangen. So war keine Zeit um sich Sorgen wegen dem Ausgang der Operation machen zu können. Ja und noch Etwas verriet mit diese Dame. „Das mache ich immer so, wenn ich nervös bin. Ich suche mir eine Person mit der ich reden kann, dabei vergesse ich meine Probleme und die Zeit vergeht auch viel schneller. Auf Wiedersehen, ich muss weiter ins Fitnessstudio.“

© Monika-Maria Ehliah Windtner
1.Juli 2o15

Habt es gut, bleibt gesund und froh!
Segen – Segen – Segen
M.M.

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9 Gedanken zu „Monolog

  1. nixe

    ja..ich verstehe dich und ich verstehe auch die Dame, sie war wohl in Not und da muß man wohl zähneknirschend freundlicherweise geduldig zuhören…auch wenn es einem überhaupt nicht passt.
    Ich wünsche dir einen guten ruhigen Abend
    I. Nixe

    Antwort
  2. minibares

    Liebe Monika-Maria,
    ich habe heute auch immer wieder Baumschatten ausgesucht. Da wehte dann ein zarter kühler Wind, der richtig erfrischte. Aber ich war immer allein, lach.
    Diese Dame war halt in Sorge um ihren Mann. Anders kann sie wohl nicht damit umgehen, als dass sie Menschen volllabert.
    ist schon eine eigenartige Art, sich mitzuteilen.
    Alles Gute dir
    Bärbel

    Antwort

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